Schmerztherapie

1995 habe ich die CT-gesteuerte Injektionstherapie an Wirbelsäule und Gelenken sowie die minimal-invasive Laser-Operation der Bandscheiben als erster Radiologe in Düsseldorf für den ambulanten Bereich eingeführt.

Seitdem stellt dieser Bereich einen Schwerpunkt meiner praktischen Tätigkeit dar. Die durchschnittliche Erfolgsquote liegt in meiner Praxis nachhaltig bei ca. 85%, was zu einer hohen Patientenzufriedenheit führt. Durch diese minimal-invasive, ambulante Therapieform wurden bereits zahlreiche Operationen vermieden.

Folgende schmerztherapeutische Verfahren bieten wir in unseren beiden Praxen an:

Die Laser-Operation der Bandscheibe mit dem Mikrolaser, auch Perkutane Laser-Diskus-Dekompression (PLDD) genannt, ist eine Alternative zur Bandscheibenoperation, die dem Patienten viele Vorteile bietet.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheibe hat eine wichtige Stütz-und Pufferfunktion zwischen zwei benachbarten Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Bei Bewegungsmangel oder fortgeschrittenem Alter kann der äußere Faserring der Bandscheibe auch ohne Unfall kleine Risse bekommen und dies letztlich sogar zu einem Bandscheibenvorfall führen. Am häufigsten sind hierbei Halswirbelsäule und Lendenwirbelsäule betroffen. Die hierdurch ausgelösten, meist starken Rückenschmerzen können akut sein oder chronisch werden; eine Behandlung sollte unverzüglich stattfinden.

Wie erfolgt die Mikrolaserbehandlung eines Bandscheibenvorfalls?

Diese Behandlung (bspw. Der Lendenwirbelsäule) wird minimalinvasiv unter Bildsteuerung eines Computertomographen (CT) in folgenden fünf Arbeitsschritten durchgeführt:

  1. Punktion der betroffenen Bandscheibe unter lokaler Betäubung
  2. Kontrastmittelinjektion in die Bandscheibe (Diskographie)
  3. Lokale Schmerztherapie innerhalb des Bandscheibenkerns (intradiskale Schmerztherapie)
  4. Dekompression von Nervenwurzeln im Wirbelsäulenkanal (Spinalkanal) und Nervenaustrittskanal (Neuroforamen)
  5. Entfernen von Raum forderndem Bandscheibengewebe

Was bewirkt eine CT-gesteuerte Laser-OP?

Die Laser-OP bewirkt das Ausschalten von schmerzempfindlichen nervalen Strukturen innerhalb der Bandscheibe, einschließlich der Denervierung von Schmerzrezeptoren. Darüber hinaus führt das Lasern zu einem Schrumpfen des Bandscheibenkerns mit dekomprimierendem Effekt an den Nervenwurzeln. Zudem kommt es zu einer Umwandlung von biochemischen Schmerzauslösenden Substanzen innerhalb der Bandscheiben (Denaturierung). Auch findet eine Konsolidierung von kleineren Einrissen in der Bandscheibe als Reparationsvorgang statt.

Vorteile und Risiken

Die gefürchtete Höhenminderung der Bandscheibe nach einem chirurgischen Eingriff tritt bei der minimalinvasiven, ambulanten Laser-OP nicht ein. Ebenso wird keine Narbengewebsbildung provoziert und das Risiko einer Vollnarkose vermieden. Die Behandlung dauert mit 60 Minuten fast zwar fast doppelt so lang wie eine Laser-Behandlung der Bandscheibe beim Orthopäden. Dies liegt jedoch am Einsatz eines Computertomographen (CT), über welchen eine bildliche Darstellung in Echtzeit möglich ist. Durch die Sichtbarkeit der Bandscheibe und der nervalen Strukturen wird das Verletzungsrisiko stark minimiert. Mithilfe des CT kann der Radiologe nämlich punktgenau und unter Echtzeit-Kontrolle die Reaktion der Bandscheibe auf die Laserenergie mitverfolgen. Somit kann eine genaue und individuelle Dosierung der benötigten Laserenergie vorgenommen werden.

Erfolg und Rehabilitation

Die Erfolgsquote der Laser-OP in meiner Praxis liegt in meiner 20-jährigen ambulanten Tätigkeit bei über 85 Prozent. Hervorzuheben ist auch die vergleichsweise kurze Dauer der Rehabilitation: nach ca. vier Wochen kann i.d.R. bereits leichter sportlicher Tätigkeit nachgegangen werden. Mehr Informationen erhalten Sie auch in folgendem Artikel.

Die PRT ist eine spezielle Injektionstechnik an der Wirbelsäule, die bei akuten oder chronischen Rückenschmerzen oder Beinschmerzen eingesetzt wird. Der Radiologen führt die PRT CT-/MRT-gesteuert durch, um ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit in der Injektionstechnik zu gewährleisten.

Wie ist der Untersuchungsablauf eine PRT?

Unter lokaler Betäubung wird ein hochwirksames Medikament über eine dünne Spezialnadel punktgenau an den gereizten oder komprimierten Nerv an der Wirbelsäule verabreicht. Das Medikament ist ein Gemisch aus antientzündlichem Medikament und lokalem Betäubungsmittel. Die Ausbreitung des Medikamentes im Gewebe wird vorher durch Kontrastmittelgabe simuliert. Innerhalb weniger Minuten tritt die Schmerzlinderung ein. Um die Wirkung zu steigern und zu erhalten, muss das Verfahren bedarfsgerecht mehrfach wiederholt werden.

Voraussetzung für eine PRT

Um Blutungskomplikationen zu vermeiden, müssen Blut verdünnende Medikamente nach Rücksprache mit dem Hausarzt mehrere Tage vor der Therapie abgesetzt werden.

Was sind Vorteile und Nachteile der MRT-/CT-gesteuerten PRT?

Vorteile:

  • Schnelle Schmerzlinderung
  • Detaillierte, hochaufgelöste Darstellung der Nerven, Gefäße sowie der übrigen anatomischen Strukturen
  • Punktgenaue Platzierung der Nadel möglich
  • Keine Verletzungsgefahr für Nerven und Gefäße
  • Zielgenaue Medikamentengabe möglich
  • Keine unnötige Überdosierung des Medikamentes (keine Überflutung)
  • Vermeidung von systemischen Nebenwirkungen, da lokales Therapieverfahren
  • Schonung des Magen-Darm-Traktes im Vergleich zur Langzeiteinnahme von Medikamenten
  • Keine Strahlenexposition bei MRT-Steuerung

Nachteile:

  • Minimale Strahlenexposition (low-dose) bei CT-Steuerung

Die Facetteninfiltration und die Facettenblockade sind direkte Schmerztherapien der kleinen Wirbelgelenke bei Facettengelenksarthrose (Spondylarthrose). Beide Therapien zielen darauf ab, den Reizzustand per CT-/MRT-gesteuerter Injektion zu lindern bzw. auszuschalten. Im Normalfall ist eine Infiltration der Facettengelenke mit Medikamenten sehr erfolgreich. Nur bei extremen Formen von Facettengelenksarthrosen ist eine komplette Schmerzblockade der Facettengelenke durch injizierten Alkohol notwendig.

Wie wird eine Facetteninfiltration durchgeführt?

Unter lokaler Betäubung wird ein hochwirksames Medikament über eine dünne Spezialnadel punktgenau an das gereizte Facettengelenk verabreicht. Das Medikament ist ein Gemisch aus antientzündlichem Medikament und lokalem Betäubungsmittel. Die Ausbreitung des Medikamentes im Gewebe wird vorher durch Kontrastmittelgabe simuliert. Innerhalb weniger Minuten tritt die Schmerzlinderung ein. Um die Wirkung zu steigern und zu erhalten, muss das Verfahren bedarfsgerecht mehrfach wiederholt werden.

Wie wird eine Facettenblockade durchgeführt?

Bei unerwartet langanhaltenden Beschwerden der Facettengelenke nach selten erfolgloser Facetteninfiltration wird in einem Verfahren analog zur Facetteninfiltration hochprozentiger Alkohol an das Facettengelenk injiziert. Dies führt zu einer Ausschaltung der Schmerzfasern der kleinen Wirbelgelenke (Denervierung).

Was sind Vorteile und Nachteile von Facetteninfiltration und -blockade?

Vorteile:

  • Schnelle Schmerzlinderung
  • Detaillierte, hochaufgelöste Darstellung der Nerven, Gefäße und der übrigen anatomischen Strukturen
  • Punktgenaue Platzierung der Nadel möglich
  • Zielgenaue Medikamentengabe möglich
  • Keine unnötige Überdosierung des Medikamentes (keine Überflutung)
  • Vermeidung von Nebenwirkungen im gesamten Körper, da lokales Therapieverfahren
  • Schonung des Magen-Darm-Traktes im Vergleich zur Langzeiteinnahme von Medikamenten
  • Keine Strahlenexposition bei MRT-Steuerung

Nachteile

  • Minimale Strahlenexposition (low-dose) bei CT-Steuerung

Bei der Behandlung der Iliosakralgelenke (ISG) mittels bildgesteuerter Injektionen wird unter MRT-/CT-Kontrolle mit einer dünnen Spezialnadel ein Gemisch aus lokalem Betäubungsmittel und antientzündlichem Medikament appliziert. Das Ziel ist eine Reduzierung oder Beseitigung der Reiz- und Schmerzzustandes an den Gelenken.

Wann ist eine ISG-Infiltration nötig (Indikation)?

Die hochschmerzhafte Iliosakralgelenksentzündung (ISG-Arthritis) kann sowohl als eigenständiges Krankheitsbild (z.B. bei rheumatischen Erkrankungen und Morbus Bechterew) sowie als Begleitreaktion (z.B. bei oder nach akuten oder chronischen Bandscheibenschäden) vorkommen. Anatomisch handelt es sich hierbei um zwei große Gelenkräume (Kreuz-Darmbein-Gelenke).

Was sind Vor- und Nachteile der ISG-Infiltration?

Vorteile:

  • Effektive und schonende Alternative zur konventionellen Behandlung mit oral verabreichten, meist sehr aggressiven Schmerzmitteln
  • Keine Strahlenexposition bei MRT-Steuerung

Nachteile:

  • Minimale Strahlenexposition (low-dose) bei CT-Steuerung

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT), auch Lithotripsie genannt, ist ein minimalinvasives, schonendes Verfahren zur ambulanten Behandlung folgender Krankheitsbilder (Indikation):

  • Triggerpunkttherapie
  • Tennis-/Golferellenbogen
  • Verkalkungen der Schulter, Ferse und Sehnenansätze
  • Ulcus cruris (offenes Bein bei venöser Insuffizienz)
  • Pseudarthrosen (Falschgelenkbildung)

Wie wird eine ESWT durchgeführt?

Bei der ESWT werden Schalldruckwellen erzeugt, die in der Tiefe des Körpers gebündelt zum Einsatz kommen. Durch rhythmische Verteilung der Schalldruckwellen über einen Schallkopf kommt es zur Zerrüttung krankhafter Kalkdepots (z.B. Fersensporn, Kalkschulter). Gleichzeitig wirkt das Verfahren entzündungshemmend an den Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln (z.B. Golfer-/Tennisellbogen, Tendovaginitis). Die EWST wird unter Durchleuchtungskontrolle und ggf. lokaler Betäubung befundorientiert durchgeführt. In der Regel sind drei bis sechs Sitzungen in Abhängigkeit vom Ausmaß des pathologischen Befundes für einen Therapieerfolg ausschlaggebend.

Was sind Vorteile und Nachteile der ESWT?

Vorteile:

  • Ambulant, minimal-invasiv, anstatt Operation
  • Entzündungshemmendes Verfahren

Nachteile:

  • Keine Therapiemöglichkeit für Patienten mit Herzschrittmacher oder Defibrillator

Bei schmerzhaftem, lokal akzentuiertem Gelenkverschleiß (vor allem Schulter, Hüfte, Knie- und Sprunggelenk) ist es sinnvoll CT-/MRT-gesteuert entzündungshemmende Medikamente in das betroffene Gelenk präzise zu injizieren. Das therapeutische Ziel ist die Beseitigung der schmerzhaften Entzündung punktgenau am Entzündungsherd.

Wann ist die radiologische Schmerzbehandlung des Bewegungsapparates indiziert?

Die Injektionstherapie an Gelenken erfolgt beim Radiologen dann, wenn andere Therapieformen wie z.B. manuelle Therapie, Krankengymnastik, orale Medikamentengabe oder herkömmliche Injektionstherapien keine ausreichende Wirkung zeigten.

Was sind Vor- und Nachteile der radiologischen Schmerzbehandlung?

Vorteile:

  • Schnelle Schmerzlinderung
  • Schonende und sichere Injektionstechnik durch Sichtbarmachung der anatomischen Strukturen
  • Sichere Identifizierung des krankhaften Befundes
  • Zielgenaue Medikamentengabe möglich
  • Keine unnötige Überdosierung des Medikamentes (keine Überflutung)
  • Keine nennenswerten systemischen Nebenwirkungen

Nachteile: Minimale Strahlenexposition (low-dose) bei CT-Steuerung